Leopold Bill

Straßenbahner. Widerstandskämpfer gegen das N-Regime. Hingerichtet.

* 1898    † 1943

 

Lebenslauf

Leopold Bill wurde am 8.6.1898 in Wien geboren. Er arbeitete als Straßenbahner.

Leiter einer KPÖ-Zelle am Straßenbahnhof Gürtel

Leopold Bill war Mitglied der SDAPÖ, der freien Gewerkschaft und des republikanischen Schutzbundes. 1934 trat er der KPÖ bei. Ab 1939 leitete Leopold Bill eine KPÖ-Zelle am Straßenbahnhof Gürtel und kassierte Beiträge für die "Rote Hilfe".

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Leopold Bill wurde am 14. 7. 1941 verhaftet, und am 8. 9. 1942 gemeinsam mit Josef Kohlitz und Josef Lengauer (beide hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 7.1.1943 erfolgte seine Hinrichtung im Landesgericht I in Wien.

Aus dem Urteil

„Die durch den Umbruch in Österreich im Frühjahr 1938 unterbrochene illegale Tätigkeit wurde von dem Angeklagten Bill im Herbst 1938 wieder aufgenommen. Er zahlte seine Monatsbeiträge wiederum an [Johann] Schöber. Im Frühjahr 1939 übernahm er die Leitung der Zelle am Bahnhof Gürtel, die damals etwa 11 Mitglieder umfasste. (…) Bei der Verbreitung von illegalen Schriften hat der angeklagte Bill mitgewirkt. Anfang 1941 erhielt er etwa 150 Stück »Rote Fahne«, die er zur Verteilung brachte. (…) Der Angeklagte Bill hat seine hochverräterische Tätigkeit bis Anfang Juli 1941 also auch noch nach Ausbruch des Krieges mit den Bolschewisten fortgesetzt. Er hat zur gleichen Zeit, in der die Bolschewisten das deutsche Volk von außen bekämpften, dieses von innen bekämpft. Sein Ziel war dabei das gleiche, wie das der Bolschewisten, nämlich Herbeiführung der militärischen Niederlage des Reiches und damit der praktischen Vernichtung des deutschen Volkes.“

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Quellen und Bildnachweise

  • Porträtbild und Texte aus Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Spezielle Bildrechte bei Anklicken des Bildes
  • Alle anderen Bilder: Privatbesitz / Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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